Google stellt Android Pay vor

An der diesjährigen Google I/O hat Google Android Pay vorgestellt. Android Pay könnte man als Antwort von Google auf Apple Pay verstehen, wenn nicht bereits Google Wallet im Jahr 2011 kontaktloses bezahlen per NFC auf Androidgeräten ermöglicht hätte. Dennoch sieht die Situation für NFC-basiertes bezahlen in den USA einiges besser aus dank der zunehmenden Verbreitung von Apple Pay.

Android Pay ermöglicht nicht nur das kontaktlose bezahlen per NFC sondern bietet sich auch an für die Integration in Android Apps oder Websites.

Android Pay: Bezahlvorgang aus App heraus

Android Pay: Bezahlvorgang aus App heraus

Wie auch bei Apple Pay werden nicht die eigentliche Kreditkarteninfos weitergegeben sondern nur eine virtuelle Nummer, welche genau für diesen Einkauf gültig ist (Stichwort: Tokenization). Dadurch wird das Bezahlen mit Kreditkarte auf dem Smartphone relativ sicher.

Android Pay wünscht eine Bestätigung durch den User

Android Pay wünscht eine Bestätigung durch den User

Auch bei Android Pay wird es dauern bis es auch in der Schweiz verfügbar ist, dafür sollte es bis dahin relativ ausgereift sein.

Apple präsentiert Apple Pay

Neben den neuen iPhones und der Apple Watch hat Apple heute im Flint Center in Cupertino auch Apple Pay vorgestellt. Apple Pay besteht einerseits aus einem NFC basiertem mobilen Bezahlsystem und andererseits aus neuen APIs für Entwickler.

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Um mit Apple Pay zu zahlen reicht es das iPhone 6 an das NFC Bezahlterminal zu halten und die Transaktion per Fingerabdruck (Touch Id) zu bestätigen.

Apple benutzt das System nach eigenen Angaben nicht um Daten zu sammeln und gibt auch keine an die Händler weiter.

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Das System wird anfangs Oktober in den USA ausgerollt, wann es dann nach Europa oder gar in die Schweiz kommt ist noch nicht bekannt. Unterstützt werden zum Start Kreditkarten von Visa, Mastercard und American Express ausgestellt von ein paar grossen US-amerikanischen Banken (Citi, Bank of America, Capital One, Wells Fargo, Chase, …). Neben Banken ist Apple auch Partnerschaften mit Unternehmen wie Subway, McDonald’s, Staples, The Disney Store, Target und Groupon eingegangen.

Das US-Payment Startup Stripe hat bereits Support für Apple Pay angekündet.

Stellar (STR): die nächste grosse elektronische Währung?

Die elektronische Währung Stellar ist erst am 1. August 2014 gestartet und verzeichnet bereits einen grossen Benutzeransturm. Dies dürfte hauptsächlich der Tatsache geschuldet sein dass die Stellar Development Foundation (die non-profit Organisation hinter Stellar) jedem neu registrierten Benutzer Stellars im Wert von ca. 10 USD verspricht. Um aber dieses „Willkommensgeschenk“ zu erhalten ist momentan die Angabe eines Facebookaccounts notwendig, was viele potentielle Benutzer abschrecken dürfte. Laut Stellar ist dies eine einfache Massnahme zu Verhinderung von Mehrfachregistrierungen. Um Stellar einfach nur zu verwenden ist allerdings kein Facebookaccount notwendig.

Stellar (STR) selbst ist eine Art Zwischenwährung um den internationalen Währungsumtausch kostengünstiger und einfacher zu machen.

Stellar selbst geniesst eine illustre Unterstützung aus der Techbranche in Kalifornien:

  • Ein Ko-gründer von Ripple (praktisch dasselbe Konzept wie Stellar, ausser dass Ripple keine non-profit Organisation ist. Der Quellcode stammt wie hier ersichtlich direkt von Ripple.)
  • Ein ehemaliger Paypal Manager
  • Finanziert ist das ganze hauptsächlich vom Zahlungsprovider Stripe
Stellar Logo

Stellar Logo

Schweiz: Kreditkarten bald nur noch für über 25 jährige?

Der Schweizer Nationalrat Jacques-André Marie (SP/NE) hat laut 20 Minuten Online dem Nationalrat eine parlamentarische Initiative mit dem Titel: Strengere Vorschriften zur Bekämpfung der Verschuldung von jungen Erwachsenen zu Prüfung vorgelegt.

Konkret geht es in dem Vorstoss darin unter 25-Jährigen das Schulden machen mit der Kreditkarte zu verunmöglichen in dem sie nur noch Prepaid-Kreditkarten einsetzen dürfen. Die Prüfung des Vorstosses wurde mit 87 zu 61 Stimmen gutgeheissen und wird nun ausgearbeitet.

Die Argumente der Gegner des Vorstosses:

  • Ein Schweizer Bürger ist mit 18 Jahren volljährig und handlungsfähig.
  • Verschuldung hat nichts mit dem Alter einer Person zu tun.
  • Für viele Shops im Internet ist die Zahlung per Kreditkarte die komfortabelste oder oftmals die einzige Möglichkeit.

Zudem würden es wohl einige innovativen Bezahlmethoden per Kreditkarte schwer haben, wenn eine junge Generation von Early Adopters fehlt.

Paypal Here fordert Square heraus

Paypal hat mit Paypal Here einen Kreditkartenleser für Smartphones herausgegeben.

Paypal Here

Paypal Here Hardware

Anfangs werden nur iOS-basierte Geräte wie iPhone, iPad oder iPod Touch unterstützt. Später soll auch noch eine Unterstützung für Android hinzukommen. Paypal wird Here zuerst in den USA, Kanada, Australien und Hong Kong lancieren.

Wie bei Square wird die Here Hardware in die Headset-Buchse eingestöpselt, die Kommunikation der App mit der Hardware läuft dann über diese Schnittstelle.

Square

Square Hardware

Während Square ein Flat Fee 2.75% des Umsatzes verlangt, verlangt Paypal bei Here ein Flat Fee von 2.7% des Umsatzes.

Ausserdem setzt Paypal die Technologie von card.io ein um Kreditkartenabuchungen ohne Reader Hardware durchführen zu können. Mit card.io muss eine Kreditkarte nur vor die Kamera gehalten werden und die nötigen Merkmale wie die Kreditkartennummer werden erfasst.

Neben Square und Paypal Here gibt es bei den Kreditkartenlesern für das Smartphone noch Intuit goPayment und VeriFone Payware Mobile, welche alle bloss den Magnetstreifen der Kreditkarte auslesen. Besonders erwähnenswert ist hier das Schwedische Startup iZettle, dessen Reader für iOS als einzige auf den Microchip der Kreditkarte zugreift.

iZettle Hardware

iZettle Hardware